Rugby-Bundesliga: 17:22-Niederlage gegen den deutschen Meister SC Frankfurt 1880

Heidelberg. (CPB) Am vierten Spieltag der Rugby-Bundesliga hat der deutsche Meister SC Frankfurt 1880 seine Spitzenposition durch einen 17:22-Sieg bei Vizemeister Sportclub Neuenheim ausgebaut, während die eine Stunde lang völlig ebenbürtigen und zur Pause mit 17:10 führenden Königsblauen vom zweiten auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht sind. Immerhin haben sie durch die knappe Niederlage einen defensiven Bonuspunkt erkämpft.

SCN-Trainer Alexis Michel fand es bedauerlich, dass sich seine lange Zeit so gut und diszipliniert spielende Fünfzehn in der Schlussphase noch die Butter vom Brot kratzen ließ und führte dies darauf zurück, dass seine Spieler in den letzten 20 Minuten ihre Konterchancen nicht zu Versuchen nutzten, einen günstig vor den Frankfurter Goalstangen sitzenden Straftritt versäbelten und mit zwei Zeitstrafen und einem Platzverweis plötzlich auch nicht die Disziplin aufrechthielten, die nötig wäre, um den seit 2019 in der Bundesliga unbesiegten Meister zu bezwingen. So knapp wie am Samstag vor 300 Zuschauern, von den die Mehrzahl den Unparteiischen Ruaridh Smith nicht für einen Heimschiedsrichter hielten, war es jedenfalls seit Mai 2023, als dem SCN ein 19:19 geglückt war, noch nie.

Die Gastgeber gerieten zwar nach Frankfurts schnell ausgeführtem Straftritt durch den flinken Gedrängehalb Quentin Micolot und Edoardo Stellas Erhöhung schon nach drei Minuten mit 0:7 in Rückstand, doch bis zur Pause waren sie die bessere Mannschaft, die eisern verteidigte und durch Spielmacher Nikolai Klewinghaus (2) und Agustin Aversa drei Versuche erzielte. Die Vorarbeit des flinken Außendreiviertels Fuma Kato in der 28. Minute war großartig, während Klewinghaus-Hacker gut spielte, aber fehlerhaft zu den Stangen kickte und nur mit einer Erhöhung traf. Die Frankfurter kamen durch die Nationalspieler Leo Wolf, der sich später schwer verletzte, und Cosmos Zymvragos (2) auch zu drei Versuchen, doch Stella, Leo Wolf und der ehemalige SCN-Spielertrainer Oliver Paine klebte weniger Pech an den Kickstiefeln.

Hinterher pflegte man eine über hundertjährige Sportfreundschaft mit der Ahnung, dass Frankfurt wieder Meister wird und Neuenheim erneut ins Finale einziehen könnte – sofern das Team sich nicht weiterhin selbst bestraft.

SC Neuenheim – SC Frankfurt 1880 17:22 (17:10), SCN: Schwager – Becker, Covella, Bülow, Kato – Klewinghaus-Hacker, Lieb – Rinklin, Troch, Aversa – Brockmann (59. Schomberg), Lehmann – Santacruz (53. Niebel), Köpper, Bachmann.

Schiedsrichter: Smith (Kempten); Zuschauer: 300; Punkte: 0:7 (3.) Versuch Micolot + Erhöhung Stella; 0:10 (24.) Straftritt L. Wolf; 5:10 (28.) V Klewinghaus-Hacker; 10:10 (35.) V Aversa; 17:10 (40.) V + E Klewinghaus-Hacker; 17:17 (61.) V Zymvragos + E Paine; 17:22 (71.) V Zymvragos; Zeitstrafen: Brockmann (54.), Bülow (59.)/Paine (40.); Platzverweis: Niebel (79.).